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So erzählt man sich in Guggisberg die Geschichte von Vreneli und Hans-Joggeli
Im Dorf Guggisberg, am Fusse des Guggershorns, steht der stattliche Bauernhof "Linde", wo das Vreneli wohnte. Leider verlor es früh den Vater. Der Ammann auf der "Zelg" stand der Witwe und ihrer minderjährigen Tochter mit Rat und Tat bei. Er hätte gerne durch eine Heirat seines Sohnes mit der "Linden"-Tochter diebeiden schönen Höfe vereint. Aber zu spät: Vreneli hatte schon früh eine andere Wahl getroffen: es liebte den "Simes Hans-Joggeli", Sohn des Simon, der "änet dem Bärg", d.h. hinter dem Guggershorn zu Wahlenhaus, auf der Schattseite, wohnte.
Dem wohlhabenden Ammanns-Sohn war der Kleinbauernsohn ein Dorn im Auge. Er wollte seine Ansprüche an die junge, hübsche "Linden"-Tocher dem ungebetenen Nebenbuhler handgreiflich kundtun und lauerte ihm eines Abends auf. Doch der Schattseitenbauer war stärker und der Ammanns-Sohn blieb nach einem unglücklichen Sturz bewusstlos liegen. Hans-Joggeli glaubte, der wäre tot. In seiner Verzweiflung floh er und liess sich in fremde Kriegsdienste anwerben. Das war für ihn die einzige Lösung, um einer Verurteilung zu entgehen. Zurück blieb Vreneli mit seiner Liebe, seiner Sehnsucht, seiner Treue und uns blieb das zu Herzen gehende Lied.
Johannes Josi
's isch äben e Mönsch uf Ärde - Simelibärg!
- Und ds Vreneli ab em Guggisbärg
und ds Simes Hans-Joggeli änet dem Bärg -
's isch äben e Mönsch uf Ärde,
dass i möcht bi-n-ihm si.  
Und mah-n-er mir nit wärde,
vor Chummer stirben-i.
U stirben-i vor Chummer,
so leit me mi i ds Grab.
I mines Büelis Garte
da stah zweu Bäumeli.
Das eini treit Muschgate,
das andri Nägeli.
Muschgate, die si süessi
 und d'Nägeli si räss,
I gab's mim Lieb z' versueche,
dass 's miner nit vergäss.
Ha di no nie vergässe,
ha immer a di dänkt.
Es si numeh zweu Jahre,
dass mi han a di ghänkt
Dört unden i der Tiefi,
 da steit es Mülirad.
Das mahlet nüt as Liebi,
die Nacht und auch den Tag.
Das Mühlirad isch broche,
mys Lyd(e), das het en Änd.
"Das alte Guggisbergerlied gilt nicht nur als eines der ältesten, sondern auch als eines der schönsten Volkslieder der deutschen Schweiz. Sicher wird sich niemand der stillen Gewalt ganz entziehen können, die diese altertümliche, ernste Moll-Weise jedesmal ausübt, wenn sie zur rechten Stunde vor einem empfänglichen Zuhörerkreis angestimmt wird." (Dr. Otto von Greyerz, 1912)
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